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Kann man die Schärfe einer Klinge messen?

Eine nicht nur ernst gemeinte Auflistung verschiedener Mess-Verfahren...

Es gibt endlos viele Methoden. Um das Dickicht zu ordnen, schlage ich folgende Eingruppierung vor:

1. Das Weichei, das ein Messer nur mit gespreizten Fingern anfasst, wenn überhaupt
2. Der Anfänger
3. Die Verwendung von Körperteilen als Test-Medium
4. Papier-Test
5. Schiffstaue, gefüllte Wassersäcke, Blechdosen, junge Bäume
6. Labortest nach ISO 8442-5

Zu 1:
Aufschrei beim Anblick eines kleinen Victorinox-Messers: Iiih! Das sieht ja schrecklich scharf aus. Was macht man mit so einem Mordinstrument?

Zu 2:
Mit ernster Kennermiene prüft er beim Händler das Messerangebot, indem er mehrfach mit dem Daumen über die Schneide streicht. Je schartartiger der Grat, umso mehr zwickt er die Gefühlsnerven - also ist die Klinge scharf.

Zu. 3:
Die gewiefteren und unerschrockenen krempeln den Ärmel hoch und schaben über den entblößten, aber behaarten Unterarm. Dieser Test ist sachlich und physikalisch fundiert. Liegen die abgetrennten Haare auf der Klinge, gilt sie als rasiermesser-scharf. Tun sie das nicht, ist Kritik angebracht. Von meinen alten Facharbeitern habe ich vor Jahrzehnten den Schnelltest übernommen: man streicht mit der Klinge über den Hinterkopf. Die Schneide muß kleben bleiben. Dann ist sie scharf. Gemessen an meinem Haarwuchs, der gegen Null geht, müßte ich diesen Test einstellen - tue ich aber nicht.

Zu 4:
Je dünner das Papier, desto anspruchsvoller der Test. Man setzt die Klinge dicht an den das Papier haltenden Fingern an und zieht sie zu sich, ohne Druck. Je sanfter und tiefer der Schnitt, umso höher die Schärfe.

     

Zu 5:
In den USA hat sich ein Spektakel um Knife Shows etabliert, das zuletzt anläßlich der Blade Show in Atlanta zu "World Championship" eskalierte:

Mit einem Gewalthieb werden Taue, junge Bäume, Blechtonnen und ähnliches gezweiteilt.

Die eingesetzten Messer sind natürlich speziell präpariert und nur unter "Buddies" zu erwerben.

     

      

Zu 6:
Die Profis im Testen von Schärfe sitzen in Remscheid bei der Versuchs- und Prüfanstalt. Sie verfügen über eine ausgeklügelte Anlage und führen Schneidtests durch, die sogar nach EN ISO genormt sind. Es werden Anfangsschärfe der Klinge und ihre Schnitthaltigkeit geprüft. Sie muß in bis zu 1200 Hüben Papierblöcke durchschneiden. Die Schnitt-Tiefe pro Hub wird registriert. Die Anfangsschärfe (ICB) ist mit der Summe der ersten drei Hübe ermittelt. Dieser Wert hängt weitgehend von der Qualität des Schärfens ab (Schnittwinkel, Rauh-Tiefe des Anschliffs) Die Schnitthaltigkeit (TCC) ergibt sich im weiteren Testverlauf. Sie ist für Sie als Anwender entscheidend. Die Norm schreibt für glatte Schnitte einen Mindestwert von 100 mm nach 60 Hüben vor, um ein positives Prädikat zu erhalten.

     

Wir erhalten jeweils ein Diagramm, das den Testverlauf grafisch darstellt. Die X-Achse zeigt die Summe der erzielten Schnitt-Tiefen und die Y-Achse die Schnitt-Tiefe pro Hub. Je steiler eine Kurve nach unten verläuft, umso schneller verliert die Klinge an Schnitt-Tiefe, sprich Schärfe. Das hier gezeigte Diagramm überlagert einige Klingen aus unterschiedlichen Materalien, die wir anbieten. Danach ist eine Klinge aus normalem rostfreien Stahl nach 60 Hüben weitgehend stumpf. Bei Cera-Titan und Ceramic verläuft die Linie fast waagerecht, d. h. die Schnitt-Tiefe von Hub zu Hub bleibt gleich, so daß man den Versuch nach mehreren 100 Hüben abgebrochen hat.

     

Zum Vergleich hier eine Gegenüberstellung der Tests unseres Ceramic-Messers 1300C0 und ein Modell eines chinesischen Anbieters:

     

          

Werkstoff

Prüfbericht

ICP

TCC

32 Lagen Damast (Yadama)

160718

122,0

725,9

Ceramic (Böker)

155894

77,0

1174,0

Ceramic (chinesisch)

155894

25,5

380,0

CPMT440V

156071

62,0

364,0

     
In einem Dauerversuch über 200 Minuten haben wir Ceramic und Ceratitan gegenübergestellt - mit folgendem Ergebnis:

Böker Ceramic

155104

79,0

3679,0

Ceratitan

155104

67,3

1729,0

    
Generell gilt bei diesen Tests, daß ein Vergleich der absoluten Werte untereinander problematisch ist, da Werte wie Schneidendicke, Anschliffwinkel und Oberfläche von Klinge zu Klinge stark schwanken und das Ergebnis beeinflussen kann.