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Verriegelungsmechanismen

Die ersten Taschenmesser der Geschichte wurden bereits in der römischen Antike verwendet, allerdings verfügten diese noch über keine Verriegelungsmechanismen und wurden allein durch die Reibung an den Innenseiten der Griffhälften offengehalten. Heute sind diese einfachen Messer unter dem englischen Begriff Friction Folder bekannt. Um die Bedienung der Taschenmesser sicherer zu machen, wurden im Laufe der Jahrhunderte zahl- reiche Mechanismen entwickelt, mit denen die ausgeklappten Klingen arretiert werden können. Die Funktionsweisen der heute gebräuchlichsten Konstruktionen möchten wir Ihnen hier kurz erläutern.

 

FRAMELOCK

Diese Klingenarretierung wurde von Chris Reeve erfunden, der dafür ursprünglich den Begriff Integral Lock prägte. Der Mechanismus basiert auf einer Sperrfeder, die Teil des meist aus Titan oder Aluminium gefertigten Griffrahmens ist. Die Sperrfeder ist ein in Längsrichtung in eine der beiden Griffhälften geschnittener Riegel, der vorgespannt wird. Wird die Klinge ausgeklappt, schnappt dieser Riegel unter der Klingenwurzel ein und blockiert sie. Um die Klinge wieder einklappen zu können, wird die Sperrfeder zur Seite gedrückt. Im geschlossenen Zustand rastet ein in die Sperrfeder eingepresstes Kügelchen (Detent-Ball) in eine winzige Mulde in der Klingenwurzel ein und verhindert, dass sich die Klinge aus Versehen öffnet. Die relativ einfache Konstruktion ermöglicht eine sehr flache Bauweise von Framelock-Foldern. Um den Verschleiß zu reduzieren, sind einige Hersteller dazu übergegangen, an der Kontaktstelle der Aluminium- oder Titan-Feder mit der Klingenwurzel ein austauschbares stählernes Plättchen zu montieren, das eine direkte Reibung zwischen den weicheren Materialien und der stählernen Klingenwurzel vermeidet. Außerdem verfügen einige Framelock-Modelle über einen Überdehnschutz: Eine auf der Griffschale verschraubte kleine Scheibe verhindert, dass die Feder beim Entriegeln zu weit nach außen gedrückt wird. Diese Scheibe kann darüber hinaus die Funktion einer zusätzlichen Verriegelung der Sperrfeder übernehmen.

Framelock 1Framelock 2Framelock 3

 

 

 

 

 

 

BACKLOCK

Die Backlock-Arretierung, im Deutschen auch Rückenverriegelung genannt, ist ein bewährter Mechanismus, dessen Ursprung im 19. Jahrhundert liegt. Die Konstruktion besteht aus zwei Komponenten: Ein Verriegelungshebel wird von einer am hinteren Griffende verankerten Feder unter Spannung gehalten. Am vorderen Ende greift der Hebel mit einem hammerförmigen Kopf in eine entsprechend geformte Nut in der Klingenwurzel. Um die Verriegelung zu lösen, wird der Hebel gegen den Druck der Feder nach unten gedrückt. Üblicherweise befindet sich am hinteren Griffende eine halbmondförmige Mulde, die das Herunterdrücken des Hebels ermöglicht. Es gibt jedoch auch eine Variante, bei der der Drücker in der Mitte des Griffrückens angebracht ist (Mid-Backlock). Auch bei eingeklappter Klinge drückt der Verriegelungshebel auf eine Kante der Klingenwurzel, um ein versehentliches Öffnen der Klinge zu verhindern. Aufgrund der symmetrischen Bauweise sind Backlock-Folder sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder geeignet.

Backlock 1Backlock 2Backlock 3

 

 

 

 

 

 

SLIPJOINT

Um die Mitte des 17. Jahrhunderts erfanden englische Messerschmiede die Rückenfeder. Die zwischen den Griffschalen montierte Feder drückt auf eine stufenförmige Aussparung in der Klingenwurzel und hemmt auf diese Weise das Einklappen der Klinge. Dieser als Slipjoint bekannte Mechanismus ist im engeren Sinne kein Arretierungssystem, weil die Klinge vor dem Schließen des Messers nicht entriegelt werden muss. Die Klinge muss beim Einklappen lediglich den Widerstand der Rückenfeder überwinden. Die Federspannung verhindert auch das versehentliche Ausklappen der Klinge. Slipjoint-Messer erfreuen sich insbesondere in Deutschland großer Beliebtheit, weil sie nach der aktuellen Gesetzeslage keinem Führverbot unter- liegen. Ein Nachteil dieser Taschenmesser-Bauart ist allerdings, dass die Klinge bei unvorsichtiger Benutzung ungewollt einklappen kann. Um die Bedienung sicherer zu machen, verfügen einige Slipjoint-Modelle über einen sogenannten Half Stop: Wird die Klinge geschlossen, rastet sie an der 90-Grad-Position deutlich spürbar ein, sodass die Finger geschützt werden.

Slipjoint 1Slipjoint 2Slipjoint 3

 

 

 

 

 

 

LINERLOCK

Der vom amerikanischen Messermacher Michael Walker perfektionierte Linerlock-Mechanismus wird häufig bei Taschenmessern verwendet, deren Griffe sich aus Metallplatinen und darauf aufgesetzten Griffschalen zusammensetzen. Analog zum Framelock sorgt auch hier eine Sperrfeder dafür, dass die Klinge im geöffneten Zustand arretiert wird. Im Unterschied zum Framelock ist die Sperrfeder jedoch Teil der Platine und somit deutlich dünner. Bei Griffkonstruktionen ohne Platinen kann die Feder auch als separates Bauteil in die Griffschale eingelegt sein. Wird das Messer geöffnet, schiebt sich die Feder unter den zumeist angeschrägten Anschlag der Klingenwurzel. Wird die Feder zur Seite geschoben, kann die Klinge wieder eingeklappt werden. Ein Detent-Ball hält die geschlossene Klinge im Griff. Auch wenn die Arretierungsfeder meistens deutlich dünner ist als beim Framelock, handelt es sich beim Linerlock um einen sehr verlässlichen Verriegelungsmechanismus. Ein Nachteil beider Systeme ist hingegen, dass sie in der Regel nur für die rechtshändige Bedienung ausgelegt sind. Nur wenige Hersteller bieten spezielle Linkshänder-Modelle an.

Linerlock 1Linerlock 2Linerlock 3

 

 

 

 

 

 

BUTTONLOCK / DRUCKKNOPF

Die Konstruktion der auch als Button-Lock bekannten Druckknopf-Verriegelung besteht aus einem auf einer Spiralfeder gelagerten Arretierungsbolzen, der durch eine Bohrung in der Griffschale nach unten gedrückt werden kann. Beim Ausklappen der Klinge schiebt sich die Klingenwurzel über die verbreiterte Basis des Bolzens und drückt ihn nach unten. Die verbreiterte Basis rastet exakt in eine entsprechende Aussparung in der Klingenwurzel ein und verriegelt so die Klinge. Wird der Bolzen mithilfe des Druckknopfes nach unten gedrückt, gibt der Teil des Bolzens mit dem geringeren Durchmesser die Klingenwurzel wieder frei. Bei eingeklappter Klinge drückt die Spiralfeder den Bolzen in eine andere Nut, die so geformt ist, dass die Klinge verlässlich im Griff zurückgehalten wird.

Button Lock 1Button Lock 2Button Lock 3

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